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25 May '15

Salicylsäure vs. Benzoylperoxid - Die Wundermittel gegen Akne?

Gepostet von Michael Bolch

Wer’s auf eigene Faust versucht, hat die Qual der Wahl

Wer unreine Haut und Akne hat, leidet besonders jetzt im Sommer, wenn Schweiß und Sonnencremes die Haut zusätzlich reizen und einen fettigen Film hinterlassen. Unzählige Hersteller bieten Cremes, Waschgels, Peelings, und Anti-Pickel-Stifte, die quasi über Nacht die Haut pickel- und aknefrei machen sollen. In besonders schweren Fällen hilft oft nur noch ein Besuch beim Dermatologen. Wer es wie Du auf eigene Faust versucht, wird tatsächlich vorwiegend auf diese beiden komplizierten Namen stoßen. Was dahinter steckt erklären wir jetzt!

Benzoylperoxid – Das „blonde Gift“ gegen Akne

Benzoylperoxid (BPO) wird schon seit einigen Jahren als Aknetherapeutikum angewandt. Um es kurz zu machen: Mit BPO „blondiert“ Ihr Eure Haut! Die Substanz wirkt durch Freisetzung von atomarem Sauerstoff desinfizierend und besonders anaerobe Keime wie z.B. Propionibacterium acnes werden dadurch zerstört. Da solche Bakterien in erheblichem Maße dazu beitragen, dass sich Komedonen (Mitesser) zu Pickeln oder Akne entzünden können, ist ihre Abtötung durch BPO für die Aknebehandlung besonders wichtig. Außerdem ruft Benzoylperoxid eine entzündliche Reaktion hervor, was zur Abschuppung der Haut führt. Damit wird die Verhornungsstörung der Talgdrüsen, die u.a. Schuld an Akne trägt, bekämpft. Der Talg kann somit leichter abfließen und die Hautatmung wird verbessert.

Der Wirkstoffgrad in üblichen Handelspräparaten liegt zwischen 3-10%. Bei schwerer Akne solltest Du mit 5%-igen Präparaten beginnen. Zu empfehlen wären hierbei Cordes BPO 5% und Aknefug oxid mild 5% Gel! Diese werden 1-2 mal am Tag auf die gereinigte Haut aufgetragen.

Aufgrund der Schleimhautreizung sollten der Mund, die Nasen- und die Augenpartie ausgespart werden – und natürlich Augenbrauen, Haar- und Bartansatz, sonst erblondet Ihr schneller als Euch lieb ist! Passt auch auf, Eure Produkte nicht auf den Klamotten landen zu lassen!

Salicylsäure – BPO’s ätzende kleine Schwester

Salicylsäure ist, wie der Name schon sagt, eine Säure. Deshalb wirkt sie auch schon in geringen Konzentrationen ätzend, was dazu führt, dass ein Teil des Bindegewebes aufgelöst wird und sich die abgestorbenen Hautzellen ablösen. Dadurch wirkt die Haut glatter und kann besser „atmen“. Außerdem besitzt Salicylsäure eine entzündungshemmende und schwach antimikrobielle Wirkung gegen eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen – Entzündungen in dem betroffenen Hautareal wird so vorgebeugt. Sie ist definitiv die sanftere Variante gegen Akne.

Fazit der Redaktion

Wer mittelschwerer bis schwerer Akne den Garaus machen will, dem empfehlen wir in erster Linie die Verwendung von BPO-Präparaten aus der Apotheke. Wer es gut verträgt und keine empfindliche Haut hat, kann sich mit BPO 5% (oder für die Mutigen auch Höherprozentiges) gegen Akne wehren. Was das mit Mut zu tun hat? Produkte mit einem höheren Anteil an BPO reizen die Haut natürlich auch stärker, so hat man wohl oder übel mehr mit Nebenwirkungen wie Juckreiz und Rötungen zu tun!

Sensibelchen können mit einem Salicylsäure-Peeling einsteigen. Wer dieses gut verträgt kann dann zur täglichen Reinigung zu Waschgels und Cremes zurückgreifen, beispielsweise von Neutrogena. Allerdings ist diese Option auch eher für Fälle von leichter Akne, für Mitesser und nicht übermäßig unreine Haut besser geeignet.

Paradebeispiel hierfür ist die „pro activ“-Serie, die Ihr vermutlich schon ansatzweise kennengelernt habt, falls ihr ab und zu MTV oder VIVA schaut. Vor einigen Jahren schwärmte noch Jessica Simpson für dieses Produkt, mittlerweile schwören Justin Bieber, Lindsey Lohan oder Katie Perry darauf. Und die Resonanz in Deutschland – das Produkt wirke nicht! Bei genauem Hinschauen stellte sich heraus, dass die deutsche Produktion Salicylsäure bei „pro active“ als Hauptkomponente benutzte, während die USA das Präparat mit einem weiteren Wirkstoff aufmotzte… Na? Genau! Benzoylperoxid.

Wendet Euch im Zweifel aber lieber an Euren Hautarzt oder Apotheker. Vorsicht ist immer besser als Nachsicht und Akne kann durch falsche Hautpflege verschlimmert werden. Auch Kosmetiker können Euch wertvolle Tipps geben, wenn es darum geht Euren Hauttyp zu bestimmen und Euer Gesicht richtig zu pflegen. Die Kette „Douglas“ bietet eine Hautanalyse sogar kostenlos in ihren Filialen an.

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